Montag, 25. September 2017

Flugplatz Atzenhof & Monteith-Barracks

Der noch junge und in der Entstehung befindliche Fürther Stadtteil "Golfpark" hat eine sehr interessante Geschichte vorzuweisen: Ab dem Jahre 1915 begannen an dieser Stelle (der ehemaligen Atzenhofer Heide) die Bauarbeiten für einen militärischen Flugplatz. Bis zum Jahr 1918 entstanden hier u.a. eine Großwerft, zahlreiche Flugzeug- und Kraftfahrzeughallen und Kasernengebäude. Unmittelbar nach dem Ende des ersten Weltkriegs erfolgte der Übergang zur zivilen Luftfahrt, womit Fürth einer der ursprünglichen Stätten der Luftfahrt in Deutschland war. Der Flughafen Fürth-Nürnberg war zu dieser Zeit der achtgrößte Flughafen in ganz Deutschland. 1922 siedelten sich hier auch die Junkers-Werke an,  aber 1933 endete der zivile Flugbetrieb, da inzwischen der neue Flughafen in Nürnberg-Marienberg (heute der Volkspark) fertiggestellt war. Was folgte war eine erneute militärische Nutzung mit neuen Baumaßnahmen wie Flugzeughallen, einer neuen Werft, neuen Befehls- und Kasernengebäuden. Es entstand eine Flugzeugführerschule, und ab 1940 hielt eine Jagdfliegerschule Einzug. Den zweiten Weltkrieg überstand der Flugplatz nahezu unbeschädigt, weshalb das Areal anschliessend von den Amerikanern genutzt wurde. 1949 wurde es in "Monteith-Barracks" umbenannt. Stationiert waren bis zum Abzug der us-Streitkräfte im Jahr 1993 u.a. eine Fliegereinheit, Infanterieregimenter, eine Hubschrauberstaffel und Teile einer Panzerdivision. Heute stehen einige Gebäude unter Denkmalschutz und wurden verschiedenen Nutzungen zugeführt. Andere Gebäude wie etwa weite Teile der Kasernengebäude wurden inzwischen abgerissen oder stehen leer. Wer sich heute offenen Auges auf das weitläufige Gelände begibt entdeckt aber auch im Jahr 2017 noch Spuren der ehemaligen Nutzung. Wer sich für das Thema interessiert findet auf dem FürthWiki ausführlichere Informationen. An weiterführender Literatur sind erschienen: "Lernt fliegen! in Fürth-Atzenhof" von Renate Trautwein und Oliver Wittmann, und "Fliegen, nur fliegen!" von Barbara Ohm (update 2/2020): Auf der Seite Bauzeugen gibt es einige alte und neue Aufnahmen des Areals zu sehen...


Donnerstag, 21. September 2017

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Über zehn Jahre ist es nun schon her dass ich das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände das letzte Mal besucht habe. Dieses Museum in Nürnberg befindet sich im Nordflügel der von den Nationalsozialisten konzipierten, aber unvollendet gebliebenen Kongresshalle des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes. Die ursprünglich für 50.000 Menschen ausgelegte Kongresshalle ist die größte bauliche Hinterlassenschaft auf dem im Süden Nürnbergs befindlichen Areal. Die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" befasst sich mit den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Reichsparteitage, die als gewaltige Massenveranstaltungen von der NS-Propaganda zur Inszenierung der "Volksgemeinschaft" genutzt wurden. Ein Besuch der Ausstellung, und auch eine Geländebegehung (alleine, oder im Rahmen einer Führung) ist für Ortsunkundige in jedem Fall lohnenswert. Ich selbst kenne das Gelände gut, und bin nach dem erneuten Besuch des Museums etwas entäuscht dass die Ausstellung im Vergleich zum letzten Mal unverändert blieb - sieht man einmal von der zeitlich begrenzten Sonderausstellung "Albert Speer in der Bundesrepublik" ab. Die Räumlichkeiten würden genug Platz für z.B. weitere Vitrinen mit Bild- und Zeitdokumenten aus der damaligen Zeit bieten. Interessant für die Zukunft dürfte wohl besonders die Frage sein wie mit der maroden Zeppelintribüne umgegangen wird. Denn auch die darin befindliche ca. 335m² grosse Halle (der so genannte "Goldene Saal") könnte in das Museumskonzept mit einbezogen werden, was ja auch in den Jahren 1985 - 2001 bereits der Fall gewesen ist. Die nun folgenden Bilder beschränken sich auf die Kongresshalle mit dem Museum. Weitere Aufnahmen des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes gibt es aber in diesem Unterbereich meiner Seite zu sehen: klick!