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Samstag, 30. September 2017

Die Artilleriekaserne Erlangen - Ferris Barracks

Erlangen war im 19. Jahrhundert Garnisonsstadt. 1868 wurde das 6. Jägerbataillon in Erlangen stationiert. Im Jahr 1877 entstand die Jägerkaserne ("Alte Infanteriekaserne") an der Bismarckstraße. Ab 1890 die "Neue Infanteriekaserne" mit dem Exerzierplatz für das 19. Infanterieregiment. Ab dem Jahr 1900 wurde am Nordrand des Exerzier­platzes die Artillerie­kaserne für das 10. Feldartillerieregiment errichtet, welche über ein Dutzend markanter Backstein­bauten umfasste: Darunter u.a. zwei drei­geschossige Mannschafts­gebäude, zwei Reit­häuser, Pferde­ställe und Geschütz­schuppen. Später kamen noch ein Proviantamt, ein Stabsgebäude, und das Offizierskasino hinzu. Während des Dritten Reichs wurde der Kasernenkomplex durch die Rheinlandkaserne, und die Panzerkaserne erweitert. Hier war ab 1937 das Panzerregiment 25 stationiert. Mit der kampflosen Übergabe der Stadt durch Werner Lorleberg begann die Nutzung der Kaserne durch die us-Amerikaner. Die Kaserne wurde in "Ferris Barracks" umbenannt, und bis zum Abzug der Truppen im Jahr 1994 genutzt. Anschliessend wurde die "Alte Artilleriekaserne" saniert. Ein Großteil der Gebäude wird heute von der Universität Erlangen genutzt. Andere Gebäude wurden zu Wohn- und Geschäftsräumen umfunktioniert. In den nunmehr fast 25 Jahren seit Abzug der amerikanischen Truppen ist auf dem ca. 100 Hektar großen Areal ein komplett neuer Stadtteil gewachsen: Der Röthelheimpark. Auf den folgenden Bildern ist zu sehen wie die ehemalige Kaserne und der Exierzierplatz heute aussehen. Anschliessend folgen Bilder zu den militärischen genutzten Zonen im Reichswald.




Neben den Kasernen und dem Exerzierplatz wurde auch der angrenzende Reichswald über Jahrzehnte hinweg militärisch genutzt. Bereits 1935 richtete die Deutsche Wehrmacht einen Standortübungsplatz ein, und rodete 200 Hektar Wald. An der Kurt-Schumacher Straße, am heutigen "Obi Kreisel" führte die Panzerstraße der Amerikaner vom Kasernengelände direkt in den Wald. Auch heute sind noch Überreste vor Allem der us-army im Buckenhofer und Tennenloher Forst zu sehen. Auf meinen Bildern sind u.a. Teile der Panzerstraße, Schieß- und Gefechtsständen, und Bunkeranlagen zu sehen. Sogar ein Relikt der Nutzung durch die Wehrmacht hat sich erhalten: Der Franz-Köhl-Turm, ein sieben Meter hoher Sandsteinturm, welcher 1936 errichtet wurde, und zur Überwachung von Schießübungen am Dornberg und am Gründlacher Berg diente. Heute ist der Reichswald Naturschutzgebiet, und ein Teil der "Sandachse Franken". Wildpferde wurden angesiedelt, um die von den Panzerbewegungen geschaffenen sandigen Freiflächen zu erhalten. Heute ist das Gebiet ein beliebtes Ausflugsziel. Allerdings empfiehlt es sich auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben, da der Wald noch immer mit Kampfmitteln belastet ist - Warnschilder weisen darauf hin. Was mir bis heute allerdings fehlt ist eine Informationstafel für Spaziergänger, auf der mit etwas historischem Bildmaterial über die ehemalige Nutzung informiert wird...

Für mich war der Besuch des Areals und die "Spurensuche" ein schönes Auffrischen von Kindheitserinnerung. Da der Wald trotz der militärischen Nutzung für die Bevölkerung damals zugänglich war haben wir als Kinder oft dort gespielt, sind mit den Fahrrädern auf der Panzerstraße gefahren, haben den "Amis" bei Ihren Manövern zugeschaut, und natürlich auch selbst Soldat gespielt, und fleissig Munition und Ähnliches gesammelt. Es war eine wirklich schöne Zeit, die ich ehrlich gesagt etwas vermisse. Nachfolgend nun noch Aufnahmen von dem was in den Wäldern heute noch so übrig ist. Unten folgen dann noch ein paar Verweise auf andere Internetseiten. Vielleicht stößt ja auch der ein oder andere ehemalige GI auf diese Seite hier, und kann seine Erinnerungen auffrischen. Ich würde mich freuen...