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Dienstag, 15. Februar 2022

Im Besucherbergwerk Silberberg

Das Bergwerk im 955 Meter hohen Silberberg über der Ortschaft Bodenmais wurde bereits 1463 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zur Schließung des Bergwerks am 27. Mai 1962 wurden hier Kieserze abgebaut. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts vor allem Silbererz, später immer mehr Vitriol. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Produktion auf Polierrot geändert. Das Stollensystem hat eine Gesamtlänge von etwa 20 Kilometern. Seit 1969 finden in einem 600 Meter langen Teilstück, dem Barbarastollen, Führungen statt. Seit 1998 wird in dem Stollen wegen der hervorragend guten Luft auch eine Stollentherapie angeboten, in der chronische Atemwegserkrankungen behandelt werden. Auch Fledermäuse wissen das Bergwerk zu schätzen. Etwa 14 verschiedene Fledermausarten haben zu tausenden (!) ihr Winterquartier in den weitläufigen Stollen. Der Silberberg und das historische Bergwerk wurden vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als besonders wertvolles Geotop ausgewiesen. Führungen im Berg finden aktuell Mo/Mi/Fr zwischen 12.00 und 14.00 Uhr statt. Die Führung ist kurzweilig und sehr interessant. Ein Höhepunkt ist die Vorführung von Maschinen im Berg. Die Führung dauert etwa 45 Minuten, und ist für Jung und Alt gleichsam empfehlenswert. Die Wege im Inneren sind gut passierbar. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Seite des Besucherbergwerks zu finden (Fotoaufnahmen während der Führung sind übrigens nicht gestattet. Meine Bilder entstanden nach Nachfrage vor Ort mit freundlicher Genehmigung des Bergführers).
 

Dienstag, 20. April 2021

Besuch einer U-Verlagerung

Mit diesen Aufnahmen geht es bis zu 20 Meter tief unter die Erde. Diese Stollenanlage reicht zurück bis ins Jahr 1880, als ein zweistöckiger Keller zur Bierlagerung angelegt wurde. Später wurden auch Stollen zum Bergbau in den Buntsandstein getrieben. Die Wehrmacht ließ die bereits vorhandenen Stollen während des Krieges aufwändig ausbauen und vergrößern. Es gab mehrere Zugänge, und einen großen etwa 13 Meter hohen Schacht, der wohl als Lastenaufzug diente. Zur geplanten Verlagerung einer Firma nach Untertage kam es jedoch aufgrund des nahenden Kriegsendes nicht mehr. So dienten die weitläufigen und beeindruckend großen Stollen nur noch zur Einlagerung von Flak-Munition. Nach dem Krieg wurde die Anlage noch mehrere Jahrzehnte lang ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt. Heute wird die Anlage nicht mehr genutzt. Leider wurde in den vergangenen Jahren regelmäßig Müll über die zahlreichen Lüftungsschächte entsorgt.