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Freitag, 21. Juni 2024

Rhodos - Villa de Vecchi

Die Insel Rhodos hat neben Traumständen und historischen Stätten auch einige verlassene Orte zu bieten. Die Villa de Vecchi ist einer davon, jedoch schon lange kein Geheimtipp mehr. Oft als "Mussolinivilla" betitelt befindet sich das verlassene Gebäude auf 800 Höhenmetern auf dem Profitis Ilias, gegenüber vom Hotel Elafos. Während der Besetzung durch die Italiener wurde das Gebäude im Jahr 1932 als Residenz für den damaligen italienischen Gouverneur errichtet. Später war sie auch Sommerresidenz des italienischen Königs und Benito Mussolini. Letzterer war aber nie vor Ort. Auf dem riesigen Areal befinden sich noch weitere Gebäude und Ruinen aus den 1930er Jahren, wie eine kleine Kirche, ein Bunker, mehrere Wirtschaftsgebäude, gepflasterte Wege und Mauern. Auch die im alpenländischen Stil errichteten Hotelgebäude Elafos (1929) und Elafina (1932) stammen aus dieser Zeit und dienten zur Unterbringung italienischer Offiziere im Zweiten Weltkrieg. Eine Erwähnung verdient auch dass der üppige Kiefernwald in diesem Gebirge erst durch die massive Aufforstung der Italiener entstand. Zuvor sah es hier so kahl aus wie auf dem höchsten Gipfel der Insel. Die Villa wurde während der Deutschen Besatzung von der Wehrmacht geplündert. Nach dem Krieg wurde sie noch bis 1947 zur Residenz der griechischen Königsfamilie. Seitdem verfällt das Gebäude, bzw. wurde durch Souvenirjäger geplündert. Wand- und Badezimmerfliesen wurden z.B. herausgebrochen. Trotzdem ist die Villa auf jeden Fall einen Besuch wert und noch immer hat man von hier aus eine hervorragende Aussicht bis zur Küste.

Freitag, 3. Januar 2020

Hochbunker Kronacher Straße Fürth

Am 2. Januar 2020 wurde der Hochbunker in der Kronacher Straße in Fürth erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Verein Untergrund Fürth e.V. bot an diesem Tag eng getaktete Führungen an. Ich habe die Chance ergriffen, und an einer Führung teilgenommen, bevor bereits in den kommenden Tagen der Umbau des Bunkers beginnt. Künftig soll hier nämlich der "Fanbunker Fürth" entstehen. Eine Fankneipe für die Fans der Sportfreunde Ronhof e.V. Hierzu werden in den Obergeschossen u.a. Fenster aus dem Stahlbeton herausgeschnitten, und weitere Umbaumaßnahmen stattfinden. Das Erdgeschoß soll im jetzigen Bauzustand von 1971 weitestgehend erhalten bleiben, damit künftig regelmäßig Führungen stattfinden können. Errichtet wurde der Hochbunker für den zivilen Luftschutz in den Jahren 1941/42. Im 2. Weltkrieg sollte das mit Treppenturmanbau und Dachreiter als Kirche getarnte Gebäude auf drei Etagen 390 Personen Schutz bieten. Im Krieg blieb das Gebäude unbeschädigt, und war fortan Unterkunft für Kriegsvertriebene. Zu diesem Zweck wurden damals 25 Fensteröffnungen in das Gebäude gesprengt. Es entstanden 14 Wohnungen für ca. 70 Personen. Zur Zeit des Kalten Krieges wurden diese Fenster dann wieder zubetoniert. In dieser zweiten Bauphase 1968/71 wurde der Bunker mit hohem Kostenaufwand erneut für den zivilen Luftschutz umgerüstet. Im atomaren Ernstfall war der Hochbunker nunmehr für 901 Personen ausgelegt. Noch bis 2007 fanden regelmäßige Wartungen statt. Eine Ausführliche Beschreibung des Bunkers ist auf der Seite FürthWiki zu finden. Weitere Eindrücke vom "Tag der offenen Türe" sind auch auf der Seite Bauzeugen zu sehen...