Sonntag, 3. Februar 2019

Die Nürnberger Felsengänge

Die Felsengänge unter der Nürnberger Altstadt sind ein riesiges und weit verzweigtes Stollen- und Kellersystem. Bereits ab dem Mittelalter (urkundlich erstmals 1380 erwähnt) wurden die Stollen oft über mehrere Stockwerke hin in den Burgsandstein getrieben. Da damals jeder der Bier braute und verkaufte  auch über einen eigenen Bierkeller verfügen mußte, entstand über die Jahre hinweg ein regelrechtes Labyrinth unterhalb der Stadt, in welchem das Bier bei konstanten Temperaturen gärte und lagerte. Ein durchdachtes System von Belüftungsschächten sorgt noch heute für eine selbständige Luftumwälzung in den Gewölben. Einige Bereiche der Keller werden nämlich z.B. auch aktuell zum Lagern spezieller Biersorten der Brauerei im Altstadthof verwendet. Die Hausbrauerei im Altstadthof war übrigens auch der Ausgangspunkt der interessanten und mit fränkischer Mundart aufgelockerten Führung im Untergrund. Im Eingangsbereich war deutlich zu sehen dass die Stollensysteme während der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zum Luftschutz genutzt und teilweise ausgebaut wurden. Viele tausend Menschen überlebten hier u.a. den verheerendsten Luftangriff vom 2. Januar 1945. Weiter ging es dann in die mehrere hundert Jahre alten Felsenkeller, und das Ende fand die Führung dann passend mit einem Einblick in die Brauerei des Altstadthofs. Es war eine sehr interessante Führung, die ich empfehlen kann. Weitere Informationen zu den Führungen finden Sie z.B. auch auf der Internetseite des Fördervereins Nürnberger Felsengänge e.V., mit dessen freundlicher Genehmigung auch meine Fotos entstanden...

Freitag, 1. Februar 2019

Zurück im Elektrizitätswerk

Anfang Januar habe ich ein verlassenes E-Werk besucht. Da ich meine neue Kamera aber gerne an schwierigen Lichtverhältnissen ausprobieren wollte, und ohnehin in der Nähe unterwegs war habe ich diesen Ort bereits nach zwei Wochen erneut aufgesucht. Dieser zweite Besuch hat mich jedoch sehr traurig und wütend gemacht: Besonders im "Klavierzimmer" haben hirnlose Randalierer gehaust. Möbel wurden umgeworfen, zahlreiche Fensterscheiben eingeschlagen, Vorhänge heruntergerissen, und Bilder zerstört. Der kleine Porzellankopf wurde entwendet, die beiden betenden Kinder von der Wand genommen. Eines der Bilder wurde zerrissen. Was geht in den Köpfen solcher Leute vor? Warum zerstört man mutwillig fremdes Eigentum? Ich verstehe es nicht, und frage mich wie dieser Ort wohl in einem halben Jahr aussehen mag. Vor zwei Wochen sah es noch so aus. Auf jeden Fall hat mich dieser Besuch bestärkt die Adressen solcher Orte für mich zu behalten, und auch in der Beschreibung und bei Außenaufnahmen sehr drauf zu achten nicht zu viel preiszugeben. Trotzdem habe ich das Beste aus meinem Besuch gemacht, und mich auf die schönen Motive konzentriert (die größte Zerstörung und die Schmierereien erspare ich Ihnen und mir). Ich habe diesmal sogar drei Räume entdeckt, die mir das letzte Mal entgangen sind...