Im Jahr 2018 habe ich das erste Mal nach diesem verlassenen Ort gesucht und einige Aufnahmen gemacht. Da ich mit meinen Fotos von damals nicht mehr zufrieden bin war es an der Zeit nochmal vorbeizuschauen. Zu sehen gibt es auf den Bildern die massiven Betontrümmer von Kugelfängen einer ehemaligen Schießbahn der Deutschen Wehrmacht. Neben den Kugelfängen sind mehrere hohe Wälle und Gräben noch deutlich im Gelände zu erkennen. Auch ein verbunkerter Unterstand existiert noch, wohingegen die damals zu dem Komplex gehörenden Holzgebäude nicht mehr stehen. Nachdem die Anlage nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von der us army gesprengt wurde hat hier die Natur Einzug gehalten. In einer der Schießbahnen hat sich ein Teich gebildet, welcher von Amphibien und sogar Fischen bevölkert ist. Überhaupt ist es interessant wie die Natur sich der Anlage über die Jahrzehnte bemächtigt hat. Laubbäume wachsen zwischen den Betonteilen hindurch, und Moos bedeckt große Flächen. Wagt man sich zwischen den Trümmern hindurch unter die Betondecke sieht man dass sich hier inzwischen sogar Tropfsteine gebildet haben.
Am heutigen Sonntag habe ich es endlich einmal geschafft eine Führung im Erlanger Burgberg mitzumachen. Am Entla´s Keller wird noch bis September immer am Sonntag um 11.00 Uhr eine Führung in den Erlanger "Berch" angeboten. Das Gängelabyrinth im Inneren ist gigantisch. Die Stollen der insgesamt 16 Bierkeller haben eine Gesamtlänge von fast 20 Kilometern. Ein Keller führt mit 861 Metern Länge sogar einmal komplett durch den Berg hindurch. Manche der Kavernen im Inneren erinnern mich mit ihren beeindruckenden Ausmaßen glatt an den Burgbergtunnel. Eigentlich verwunderlich dass die Nationalsozialisten die Keller erst Mitte 1944 beschlagnahmten, um unter dem Decknamen "ERNA" ein Luftschutzprojekt zum Erhalt kriegswichtiger Betriebe zu installieren. Zu einer Produktion kam es übrigens nicht mehr. Wie aber die Geschichte der Keller im Jahr 1686 mit Heinrich Windisch ihren Anfang nahm, und warum das Jahr 1876 kein Gutes für die Erlanger Bierbrauer war erfährt man in einer ca. 45minütigen Führung. Diese ist sehr interessant und wird mit viel Fachwissen und echtem fränkischem Humor vorgetragen. Danach bietet es sich natürlich an am Keller einzukehren. Ein Freigetränk ist im Eintrittspreis von 8,- Euro ja bereits enthalten, und die Speisenauswahl bietet wirklich für Jeden was. Mahlzeit und Prost also! Achja, weitere Informationen über die Keller und die Führungen können hier auf der Seite vom Entla´s Keller eingesehen werden.