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Mittwoch, 2. August 2023

Kriecherei in der Quellhöhle

Die Höhle auf den folgenden Bildern ist etwa 80 Meter lang und besteht aus einem einzigen Gang ohne Abzweigungen. Bereits im Eingangsbereich sind an den Wänden deutlich zahlreiche muschelförmige Vertiefungen zu erkennen. Es handelt sich um sogenannte "Fließfacetten". Diese entstehen durch die korrosive Kraft von turbulentem Wasser. Je schneller das Wasser fließt, desto kleiner werden die Facetten. Durch den trockengefallenen Gang ist also ursprünglich einmal Wasser mit sehr hoher Geschwindigkeit hindurch geflossen. Neben diesen sehr schönen Vertiefungen an den Wänden sind mir jedoch auch der viele Verbruch am Boden sowie die zahlreiche Risse im Gestein aufgefallen. Die hoch im oberen Muschelkalk gelegene Quell- bzw. Flußhöhle hinterließ während des Bekriechens also durchaus ein etwas mulmiges Gefühl. Nach etwa vierzig Metern Ganglänge die wir auf allen Vieren zurückgelegt hatten gelangten wir an einen Verbruch durch den ein vielleicht 25cm hoher Schluf führte. Mein Begleiter und ich entschieden uns dafür dass an dieser Stelle Schluß sein sollte. Auch wenn ich wußte dass im weiteren Verlauf noch eine Halle mit schönen bernsteinfarbenen Tropfsteinen wartet. Aber eben auch weiterer Verbruch und ein fragiles Deckenwerk. Von daher wurden noch ein paar Impressionen im Bild festgehalten, bevor wir diesen Hohlraum wieder verlassen haben. Schließlich wartete an diesem Tag ja noch eine weitere Höhle auf uns.

Freitag, 23. Juni 2023

Die Petershöhle bei Hartenstein

Am vergangenen Montag habe ich mir endlich einmal die Petershöhle bei Hartenstein angesehen. Die "Höhle in der Viehtrift" wie sie früher einmal genannt wurde befindet sich inmitten herrlichster Natur der Fränkischen Alb. Sie ist kulturhistorisch sehr bedeutsam, da bei Ausgrabungen eine Vielzahl an Funden gemacht wurden. Neben unzähligen Zähnen und Knochen von mehr als 35 Tierarten (u.a. Höhlenbären, -löwen, Wölfen, Wollnashörnern, Urrindern, Hyänen und weiteren großen Säugetieren) stieß man auch auf einige primitive Steinwerkzeuge der Altsteinzeit nebst fünf Holzkohlekonzentrationen. Diese waren vermutlich Feuerstellen und spiegeln wahrscheinlich Aufenthalte des Neandertalers wider. Einige der Funde sind im Naturhistorischen Museum in Nürnberg zu sehen. Hier auch ein paar Fotos von mir aus dem Museum. Die Höhle liegt als Ausflugsziel direkt an einem Wanderweg und wird daher häufig frequentiert, was man am festgetretenen Boden der Haupthalle auch direkt merkt. Ihre Schönheit bleibt den meisten Besuchern jedoch verborgen - liegt sie doch in einer höher gelegenen Etage auf einer bekriechbaren Sinterdecke. Wer die Versinterungen und Wasserbecken sehen möchte muß sich also schmutzig machen. Gut so. Bei meinem Besuch war die Höhle sehr aktiv. An vielen Stellen tropfte es rege von der Decke und die Sinterbecken waren gut mit Wasser gefüllt. Besonders faszinierend fand ich die riesigen bekriechbaren Sinterplatten. Durch Löcher  im Boden konnte man in die darunter liegende Etage schauen. Ich konnte sogar einen Wanderer beobachten der fast direkt unter mir stand und mich nicht bemerkte. :)