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Mittwoch, 3. April 2019

Die U-Verlagerung im Buntsandstein

Diese U-Verlagerung befindet sich unter einer ehemaligen Brauerei (klick!). Die Brauerei selbst wurde in den 1850er Jahren gegründet, und erbaut. Unter den Gebäuden wurde ein zum Teil zweigeschossiger Lagerkeller errichtet, ab den 1880er Jahren erfolgte wohl der Bau einer Stollenanlage um Bergbau zu betreiben. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Stollensysteme aufwändig ausgebaut, und vergrössert, damit eine U-Verlagerung betrieben werden konnte. Aufgrund des nahenden Kriegsendes dienten die Stollen aber wohl nur noch zur Einlagerung von Flak-Munition. Im Vergleich zur U-Verlagerung, die ich im Herbst letzten Jahres besucht habe (klick!) ist diese Anlage deutlich größer, und komplexer. Die Stollensysteme liegen bis zu 20 Meter unter der Erdoberfläche, sind sehr weitläufig, und wurden teils aufwändig gemauert, oder verschalt und ausbetoniert. Es existieren ein Lastenaufzug und mindestens vier Zugänge von Außen. Abschließend noch ein wichtiger Hinweis: U-Verlagerungen, Höhlen, und Altbergbaustollen nie alleine befahren. Wer sich in die Dunkelheit begibt sollte gut vorbereitet sein. Es ist dunkel, kalt, nass und eng. Möglicherweise droht Einsturz/Absturzgefahr. Wer sich ohne entsprechende Kleidung & Ausrüstung (Karte, Beleuchtung, Gummistiefel, Helm, Schlaz,...) unter Tage wagt, begibt sich in Lebensgefahr...




Samstag, 20. Oktober 2018

In einem Sandsteingewölbekeller

In ganz Franken gibt es eine Vielzahl an Felsenkellern, welche früher von den Brauereien in den Sandstein getrieben wurden um das Bier zu lagern. Der Keller den ich diese Woche aufgesucht habe wurde im Ursprung bereits zur Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt - Inschriften im Eingangsbereich weisen darauf hin. Insgesamt entstanden im Laufe der Zeit drei nebeneinander liegende Bierkeller. Im Dritten Reich wurden diese dann in mühevoller Arbeit miteinander verbunden, und noch erweitert. Mit einer Länge von etwa 90 x 40 Metern, und einer Nutzungsfläche von nunmehr etwa 1.200 m² diente der Keller der einheimischen Bevölkerung als Luftschutzraum. Außerdem mussten Fremdarbeiter ab 1944 hier Elektrotechnikteile für Kampfflugzeuge herstellen. Noch heute zeugen in einigen Bereichen Betonböden, verrostete Maschinenfragmente, und eingebrachte Mauern davon. In einem Raum ist die Inschrift eines polnischen Zwangsarbeiters von 1944 in den Sandstein geritzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die riesige Kelleranlage unterschiedliche Verwendungen. Heute ist das Gelände Privatgrund, und darf - wie in meinem Falle - nur mit Erlaubnis des Eigentümers betreten werden. Ich bitte jedoch um Verständnis dafür dass ich auch auf Nachfrage weder Angaben zur Lage des Objektes, noch zum Eigentümer des Grundstücks machen werde...






Wie riesig der Komplex aus Gängen tatsächlich ist lässt sich auf den Bildern nicht im entferntesten erkennen. Um die Anlage zu befahren, und zunächst einmal vorsichtig zu inspizieren (man weiß ja vorher nie was einen erwartet), und dann meine Fotoaufnahmen zu machen habe ich alleine schon über zwei Stunden dort verbracht. Ich habe dann beschlossen doch noch Filmaufnahmen zu machen. Der Betrachter bekommt so auch einen Eindruck von der Größe der Anlage und ein Gefühl für die beklemmende Enge und Stille dieser Örtlichkeit...