Dienstag, 10. Oktober 2017

Ein guter Ort

Ein jüdischer Friedhof wird mit Bezug zu seinem lebensbejahenden Charakter und der Messias-Erwartung auch als "Guter Ort" bezeichnet. Der Gute Ort in Uehlfeld im mittelfränkischen Landkreis Neustadt a.d. Aisch wurde 1732 außerhalb der Ortschaft auf dem sogenannten Zeckenberg angelegt, und diente bis zum Jahr 1937 als Begräbnisstätte. Auf dem von einer Sandsteinmauer umfassten Friedhof befinden sich heute noch etwa 275 Grabsteine. Die Ältesten im Ostteil des Friedhofs. Viele sind jedoch über die Jahrhunderte im Erdboden versunken. Leider kam es auch in Uehlfeld durch Übergriffe und Zerstörungen durch die Nationalsozialisten. Etwa 40 der aus Uehlfeld stammenden Juden wurden in Vernichtungslagern getötet. Der Friedhof wurde geschändet, die Synagoge niedergebrannt (Die Ruine im Ort dient heute als Lagerhaus), und das Taharahaus auf dem Friedhof abgerissen...

Wer heute einen jüdischen Friedhof besuchen möchte erhält den Schlüssel entweder bei der zuständigen Kommune, oder (wenn auch heute noch Bestattungen durchgeführt werden) bei der zuständigen jüdischen Gemeinde. Es ist darauf zu achten dass jüdische Friedhöfe nicht an Samstagen und hohen jüdischen Feiertagen betreten werden. Zudem müssen männliche Besucher eine Kopfbedeckung tragen. Nach dem Verlassen des Friedhofs ist es Brauch sich die Hände zu waschen, um die rituelle Reinheit wieder herzustellen. In der Vergangenheit habe ich u.a. auch die beiden jüdischen Friedhöfe der Gemeinden Zeckern und Baiersdorf besucht. Meine Aufnahmen dazu finden Sie hier.

Freitag, 6. Oktober 2017

Ein alter Rangierbahnhof

Auf einem mehr als 100 Hektar großen Areal inmitten einer bayerischen Großstadt befindet sich ein ehemaliger Güterbahnhof, der seit bald 20 Jahren nicht mehr genutzt wird, und nun dem Verfall überlassen wurde. Die ehemaligen Gleisanlagen wurden inzwischen bereits entfernt. Die Gebäuderuinen, und selbst die gigantischen Bahngüterhallen aus dem Jahr 1935 werden ebenfalls noch weichen müssen, damit hier künftig ein komplett neuer Stadtteil entstehen kann. Derweil erobert die Natur sich das Areal aber schonmal Stück für Stück zurück...



Montag, 2. Oktober 2017

Alter Schlachthof Bad Kissingen

Der ehemalige Schlachthof der Stadt Bad Kissingen wurde in den Jahren 1923 - 1925 nach Plänen des Architekten Josef Hennings im späten Jugendstil errichtet. Im Volksmund aufgrund der ungewöhnlichen Architektur (das Bauwerk gilt als einmalig in Europa) auch "Ochsenkathedrale" genannt war es bis Ende 2002 in Betrieb, und steht seit dem leer. Das Hauptgebäude welches auf meinen Bildern zu sehen ist steht ebenso wie die Nebengebäude unter Denkmalschutz. Diverse Umnutzungs- oder Sanierungsplanungen sind bislang allesamt gescheitert. Derzeit dient das Gebäude lediglich als Abstell- und Lagerraum u.a. für Fahrzeuge der Stadtreinigung. Der Schlachthof ist nur von außen zu besichtigen, und nicht zugänglich. Weitere Aufnahmen - auch aus dem Inneren - sind aber u.a. auf Wikipedia zu finden...